
Mit Afrika Bambaataa ist am 9. April 2026 in Pennsylvania einer der Begründer des Hip-Hop gestorben. Er wurde 68 Jahre alt, die Todesursache war Prostatakrebs.
Geboren wurde er 1957 als Lance Taylor in der South Bronx, dem Stadtteil, in dem Hip-Hop in den siebziger Jahren entstand. Bambaataa veranstaltete dort schon als Jugendlicher Blockpartys, an denen er mit zwei Plattenspielern die Tanzpassagen aus Funk- und Soulplatten verlängerte. Aus der ehemaligen Strassengang Black Spades formte er 1973 die Universal Zulu Nation, eine Bewegung, die DJing, Rap, Breakdance und Graffiti zu einer kulturellen Einheit verband.
Sein wichtigster musikalischer Beitrag erschien 1982. Planet Rock kombinierte das Roland-TR-808-Schlagzeug mit einer Melodie, die Bambaataa von Kraftwerks "Trans Europa Express" entlehnte. Das Stück gilt als Geburtsurkunde des Electrofunk und beeinflusste Techno, House und alle späteren Spielarten elektronischer Tanzmusik.
Seit 2016 überschatten schwere Vorwürfe sein Werk. Mehrere Männer warfen ihm sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit vor. Die Zulu Nation schloss ihn im selben Jahr aus. Im Mai 2025 verlor er ein Zivilverfahren in New York unter dem Child Victims Act, weil er auf die Vorwürfe juristisch nicht reagierte.
Sein Tod wirft die Frage auf, wie sich kulturelle Wirkung und persönliche Schuld in einem Nachruf verhalten. Das amerikanische Feuilleton wählte überwiegend die Trennung. Ohne Bambaataas DJ-Technik gäbe es Hip-Hop in seiner heutigen Form nicht. Und doch ist sein Vermächtnis kein ungebrochenes. Wer ihn würdigt, kommt um diese Doppelung nicht herum.
Zum Artikel: Afrika Bambaataa, DJ and producer who pushed hip-hop forward, dies at 68