
Eine App lotst zum Grab: Der "Stille Begleiter" digitalisiert steirische Friedhöfe.
Wer ein bestimmtes Grab auf einem fremden Friedhof sucht, kennt das Problem.
Die Reihen sehen gleich aus, die Beschriftung ist verwittert, und fragen kann man oft niemanden. In der Steiermark gibt es dafür jetzt eine technische Lösung.
Die App "Stiller Begleiter" erfasst rund 300 Friedhöfe in der Diözese Graz-Seckau. 150.000 Gräber sind mit GPS-Daten hinterlegt, die Datensätze von etwa 520.000 Verstorbenen eingepflegt.
Die Grabsuche ist nur eine von vier Funktionen. Angehörige können digitale Gedenkseiten anlegen, mit Fotos, Lebensgeschichten und Stammbäumen. Über regionale Partner lassen sich Kerzen oder Blumen direkt ans Grab liefern. Und wer seelsorgerische Unterstützung braucht, erreicht per Klick eine qualifizierte Ansprechperson der Diözese.
Bemerkenswert ist der Datenschutzansatz. Die gesamte Infrastruktur läuft auf Servern in Graz und Wien. Auf US-amerikanische Cloud-Anbieter und Tracking-Dienste wird bewusst verzichtet. Bei einem Thema wie Trauer ist das ein nachvollziehbarer Entscheid.
Die App ist kostenlos in den App Stores verfügbar. Ob das Modell auch auf andere Diözesen oder kommunale Friedhöfe ausgeweitet wird, bleibt abzuwarten. Das Potenzial wäre da.