
Im Juni 2017 starb Jon Underwood mit 44 Jahren an einer unerkannten Leukämie. Sechs Jahre zuvor hatte der Brite in East London das erste Death Cafe gegründet: ein offenes Treffen, bei dem Fremde bei Tee und Kuchen über den Tod sprechen. Keine Therapiegruppe, keine religiöse Veranstaltung, kein Trauerkreis. Einfach ein Gespräch über das, was alle betrifft.
Seine Mutter Susan Barsky Reid führt die Bewegung weiter. Am 6. April 2026 berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua über ein Death Cafe in Chester, das Reid organisiert. Dass ausgerechnet Xinhua die Geschichte aufgreift, hat einen Grund: In Shanghai eröffnete 2024 das erste Death Cafe Chinas.
Die Zahlen sprechen für sich. Weltweit haben über 23.000 Death Cafes stattgefunden, in 97 Ländern. Allein in den USA sind mehr als 11.000 Treffen registriert. In Deutschland listet die Plattform aktuell 243 Einträge, darunter regelmäßige Treffen in Lübeck, Wuppertal und Gütersloh. Siehe auch eine deutschsprachige Informationsseite über Death Cafes.
Axios widmete dem Phänomen im März 2026 einen ausführlichen Beitrag. Der Kern: Menschen suchen einen sicheren Ort, um Ängste, Überzeugungen und Geschichten rund ums Sterben zu teilen. Die Formel ist simpel und funktioniert offenbar gerade deshalb so gut.