
Der Technologie-Konzern Meta hat ein Patent erhalten, das eine künstliche Intelligenz beschreibt, die im Namen verstorbener Nutzer aktiv sein könnte.
Die KI soll auf Basis vorhandener Beiträge, Kommentare und Likes automatisch Interaktionen simulieren – und damit das digitale Andenken von Verstorbenen am Leben halten.
Der Patentantrag wurde bereits 2023 eingereicht, die Genehmigung erfolgte im Dezember 2025. Meta begründet die Entwicklung mit dem "schweren und dauerhaften" Einfluss, den Konten verstorbener Personen auf andere Nutzer hätten.
Experten für Cyberpsychologie äußern sich besorgt. Die Psychologin Elaine Kasket, die seit über 20 Jahren zu digitalem Nachlass und Trauerforschung arbeitet, bezeichnet den Ansatz als "sehr ungewöhnlich und nicht psychologisch hilfreich".
Die Technologie könnte Trauernden den notwendigen Abschluss erschweren.
Auch die MIT-Soziologin Sherry Turkle warnt:
Während Traditionen wie Fotografie oder Tonaufnahmen entwickelt wurden, um den Tod erträglicher zu machen, könne Meta "die Beerdigung nun für immer verlängern".
Meta selbst betont, dass keine konkreten Pläne für die Umsetzung bestehen. Wie bei vielen Patenten bleibe offen, ob die Technologie jemals zum Einsatz kommt - werden Sie doch oft nur eingereicht, um es Wettbewerbern zu erschweren, auf ähnlichen Feldern aktiv zu werden.